Da Linux doch momentan schwer im Kommen ist, möchte ich hier mal einen kleinen Artikel bzw. eine Anleitung zum leichteren Einsteig schreiben.
Als erstes sei mal gesagt, dass Linux zwar sehr einfach geworden ist, allerdings nichts für Leute ist, die einfach nur einen Text schreiben wollen. Man muss schon den Willen haben, sich evtl. um nicht erkannte Hardware und neue Software zu kümmern. Wer das nicht scheut, wird in der Regel ein flottes System erhalten, welches Automatische Updates für alle Programme und schicke Effekte bietet. Zudem wird man den oft gefürchteten Terminal nach einiger Zeit lieben lernen, da sich viele Aufgaben so doch deutlich flotter lösen lassen.
Installation
Zunächst einmal benötigt man ein Image. Es gibt einige verschiedene Images. Zunächst einmal unterscheiden sich die Images in der Prozessorarchitektur. “i368″ steht dabei für den “normalen” 32-Bit Prozessor, funktioniert allerdings auch mit 64-Bit CPU’s. “amd64″ eignet sich für die 64-Bit Prozessoren von AMD und Intel. Es gibt noch einige exotischere Architekturen, wie SPARC für Prozessoren von Sun oder ein Image für die Playstation3, deren Installation hier beschrieben wird.
Desweiteren gibt es auch verschiedene Vesionen von Ubuntu. Ubuntu selber ist die Version, die den Gnome-Desktop benutzt, Kubuntu benutzt KDE, und Xubuntu setzt auf den flinken XFCE-Desktop. Desweiteren gibt es noch Edubuntu und UbuntuStudio. Edubenutu enthällt zusätzlich noch Software zum Lernen, und UbuntuStudio bringt einen auf Multimedia optimierten Kernel und Software zur Bearbeitung von Musik und Filmen mit. Edubuntu und UbuntuStudio setzen beide auf den Gnome-Desktop. Für welchen Desktop man sich entscheidet, ist reine Geschmakssache. XFCE eignet sich vor allem für ältere Rechner, da er weniger Ressourcen verbraucht. Gnome und KDE haben etwa die selben Hardwareanforderungen, allerdings bringt KDE massig Software mit und lässt sich sehr viel detaillierter Konfigurieren. Für Anfänger würde ich meinen Favorit, Gnome, empfehlen. Man muss dazu sagen, dass man die KDE Software auch problemlos unter Gnome benutzen kann, und umgekehrt. Dieser Artikel bezieht sich nur auf Gnome bzw. Ubuntu, allerdings kann man später auch mehrere Desktop parralel betreiben und beim Anmelden auswählen. So wichtig ist die Entscheidung bei der installation also letztlich nicht.
Dann gibt es noch jeweils die Desktop- und die Alternate-CD zur auswahl. Die Alternate CD besitzt keine Grafische Live-Umgebung, kann also zum Beispiel eingesetzt werden, wenn aus irgendeinem Grund die Live-CD nicht starten will. Die Installation mit der Alternate-CD läuft im Grunde gleich ab, wie die Grafische, benötigt nur weniger Leistung und sieht hässlicher aus. Das, was am Ende auf der Platte landet, ist aber das selbe. Von den DVD-Versionen rate ich ab, sie sind riesig und bringen noch mehr Software mit, die man oft nicht braucht, und die sich später sehr leicht nachinstallieren lässt.
Die Downloads von der Herstellerseite:
Die Images lassen sich sehr leicht unter Windows mit einem Brennprogramm wie Nero, das jabei fast jedem Brenner heuzutage dabie ist, oder unter Linux z.B. mit k3b auf CD brennen. Ich denke darauf muss ich hier nicht näher eingehen.
Nun muss von der CD gebootet werden, auch das will ich hier nicht nähererläutern, als angehender Linuxer sollte man sowas können. Nun denn, wenn alles glatt geht sieht man nach kurzer Zeit den Bootbildschirm:

Hier sollte zunächst mit F2 die eigene Sprache ausgewählt werden. Diese lässt sich zwar bei der Installation noch einstellen, allerdings ist so die Live-CD schon auf Deutsch. Danach kann man mit F4 bei Bedarf noch die Auflösung anpassen, das muss aber auch nicht sein. Anschließend wählt man “Ubuntu starten oder installieren”, und nun kann man sich einen Kaffee holen, da das Starten von der CD durchaus mal einige Minuten dauern kann.
Letztendlich sollte man den Ubuntu-Desktop sehen:

In den Menüs am oberen Bildschirmrand findet sich schon massig Software zum ausprobieren. Diese ist natürlich noch recht langsam, da das System von CD läuft, vermittelt aber doch immerhin einen Eindruck davon, was mach sich gleich auf die Platte schaufelt. Im Ordner “Examples” sind einige Testdateien, ein Video, ein Dokument, eine Präsentation, ein Musikstück etc. .
Nun denn, beginnen wir mit der eigentlichen Installation, die logischerweise über “Installieren” gestartet wird. In den ersten 3 Dialogen werden Sprache, Zeitzone und Tastaturlayout abgefragt:



Nun folgt der wichitgste und interessanteste Teil der Installation: die Partitionierung. Dass man Backups von seinen Daten haben sollte, muss ich hier hoffentlich nicht extra erwähnen. Die Partitionierung läuft im Grunde sehr gut, und es lassen sich auch recht leicht Windows Partitionen verkleinern, aber schief gehen kann immer etwas. Zunächst gibt es verschiedene Möglichkeiten:
1. kann man den Installer die Hauptarbeit machen lassen, und einfach sagen, dass er eine Festplatte verkleinern und den frei gewordenen Platz für Ubuntu nutzen soll.
2. kann man einfach eine ganze Festplatte benutzen.
3. kann man alles manuell machen.
Als erstes muss ich mal die Laufwerksbennenung von Ubuntu etwas erklären. Alle Festplatten haben die Vorsilbe “sd”. “sd” steht für “SCSI Disk”. Früher hießen allep Festplatten “hd” für “Hard Disk”, der Teufel weiß, warum das geändert wurde. Als nächstes wird mit einem Buchstaben die Festplattenanzahl durchgezählt. Die erste Platte ist “sda”, die zweite “sdb” und so weiter. Bei der Festplattenauswahl ist zunächst einmal nur das wichtig, aber es sei gesagt, dass die Partitionen noch hinten in Form einer Zahl dranhängen. Die erste Partition auf der ersten Platte ist also “sda1″, die zweite Partition auf der dritten Platte “sdc2″. In der Regel sollte Variante 1, also die vollautomatische Partitionierung ausreichen. Die Größe der neuen Partition lässt sich so ganz bequem per Schieberegler steuern. 20 GB sollten es für Ubuntu meiner Meinung nach schon sein, sodass man etwas herumexperimentieren kann, und Platz für Downloads und neue Software hat. Wer die volle Kontrolle haben möchte und sich etwas mit Partitionierung auskennt, der sollte “Manuell” wählen und alles selbst machen. Dabei ist es wichtig, dass am Ende 2 Partitionen für Linux bereit stehen. Eine sogenannte Swap-Partition, die für die Auslagerung zuständig ist (Viele dürften das von Windows her kennen, dort ist es die pagefile.sys), und eine Hauptpartition. Die Swap Partition sollte jeh nach verbauten Arbeitsspeicher gewählt werden. 1GB sollten für die meißten Systeme in Ordnung sein. Wer mag, kann sich für “/home”, das ist Praktisch “Eigene Dateien” bei Windows, eine eigene Partition anlegen.
Nun müssen die Partitionen noch passend gekennzeichnet und formatiert werden. Hier die Werte für die Partitionen:
Swap-Partition: Benutzen als Swap
Hauptpartition: Benutzen als ext3 (Linux-Dateisystem), Einhängepunkt: /
Evtl. Home-Partition: Benutzen als ext3, Einhängepunkt: /home
Hier noch ein paar Bilder:


All diese Schritte sind natürlich nur bei der Manuellen Methode nötig. Wenn die Partitionierung abgeschlossen ist, erscheint ein Fenster, welches die wichtigsten Benutzerdaten abfragt. Der Benutzername (zweites Eingabefeld) sollte möglichst kurz und einfach sein, man muss ihn beim Anmelden zunächst immer eintippen. Das Passwort sollte natürlich recht sicher sein, aber man sollte Passwörter vermeiden, bei denen man sich fast die Finger verrenkt, da auch das Passwort später häufiger gebraucht wird. Der Computername ist nur für Netzwerke relevant.

Nun denn, alle Eingaben sind gemacht und werden noch einmal zusammengefasst angezeigt. Hier sollten auch vorhandene Windows-Installationen angezeigt werden.

Profis können unter “Erweitert” noch den Installationsort für den Bootloader ändern. Standardmäßig ist hier die erste Festplatte angeben, was immer funktionieren sollte.
Ein Klick auf “Installaieren” startet die eigentliche Installation. Diese kann etwas dauern, allerdings ging es bei mir immer schneller als eine Windows-Installation. Wenn große Datenmengen auf Grund der Partitionierung bewegt werden müssen, kann dies natürlich sehr lange dauern.


Am Ende der Installation wird man noch gefragt, ob man Neustarten möchte, dies sollte man natürlich bejahen, da man ja sonst die Live-CD benutzt. Nach dem Neustart kommt zunächst kein Menü, sondern ein Countdown, welcher einem nach einem Druck auf Escape das Menü zeigt, in dem auch Windows sein sollte. Wenn nicht, Pech…
Der erste Start
Nun denn, nach dem Neustart sollte Ubuntu starten. Wer sich etwas auskennt kann mit den Kryptischen Boot-Meldungen vielleicht auch schon etwas über die erkannte Hardware sagen. Anschließend erscheint der Login-Bildschirm, der einen zur Eingabe von Benutzername und Passwort auffordert. Hier sollte auch schon ein Ton zu hören sein (Ist es eine Art Buschtrommel?), so weiß man schonmal, ob die Soundkarte geht. Auch die Bildschirmauflösung kann man hier zum ersten mal begutachten. In den allermeisten Fällen sollte sie schon richtig sein. Ich erkläre allerdings gleich noch, wie man sie ändert.
Es ist geschafft, wir haben den Deskop vor uns:

Meins murrt natürlich sofort, dass es Updates gibt, da mein System hier direkt an einem Router hängt und somit schon ins Internet kann. Im großen und ganzen sollte alles auf dem Bildschirm klar sein. Aber nochmal eine etwas genauere Erklärung: Oben Links gibt es zunächst 3 Menüs. Das erste beinhaltet, wie der Name schon sagt, die vorinstallierten Programme, die wiederrum nach Kategorien geordnet sind. Das wichtigste ist bereits vorhanden: Eine Office-Suite, ein Grafik Bearbeitung, CD- und Multimedia-Player, Taschenrechner, Instant Messenger, usw. . Unter “Orte” findet man die wichtigsten Ordner, einen “Computer” mit allen Laufwerken, einen simplen Bernner und einen Suchdialog. Mit “Verbindung zu Server”, kann man dem Menü direktlinks zu FTP-Servern etc. hinzufügen. Das Menü System unetrteilt sich im Wesentlich in “Einstellungen” und “Systemverwaltung”. Der Unterschied zwischen den beiden ist folgender: Das Einstellungsmenü gilt immer nur für den aktuellen Benutzer, während sich unter “Systemverwaltung” systemweite Änderungen vornehmen lassen. Für diese benötigt man zusätztlich immer sein Passwort, ein Schutz gegen Schädlinge. Bei allen administrativen Aufgaben, auch z.B. beim Software installieren wird man nach seinem Passwort gefragt.
Die wichtigsten Einträge sind:
Einstellungen/Bildschirmauflösung - Auflösung anpassen
Systemverwaltung/Bildschirme und Grafik/ - Erweiterte Anzeigeeinstellungen vornehmen
Systemverwaltung/Synaptic Paketverwaltung - Software installieren.
Systemverwaltung/Systemüberwachung - Eine Art Taskmanager, die es dem Benutzer erlaubt, Prozesse zu beenden und die Leistung zu überwachen
Systemverwaltung/Eingeschränkte Treiber - Manche Gerätetreiber installieren.
Neben dem Menü befinden sich 3 Starter für Firefox, den Evolution Mail-Client, und die Systemhilfe. Noch weiter rechts befindet sich ein Umschalter, mit dem man bei mehreren Benutzern schnell zwischen den selbigen wechseln kann. Die Dateisuche, der Systemtray, die Lautstärkeregelung, die Uhr und der Herunterfahren-Button sollten soweit klar sein. Am unteren Rand sieht man ein Icon, um den Desktop anzuzeigen, alle geöffneten Fenster, die Virtuellen Desktops, zu denen ich später noch komme, und den Mülleimer.
Einrichtung
Am wichtigsten ist natürlich zunächst, dass die Hardware läuft. Hier gibt es eine schöne Kompatibilitätsliste. Wenn ein Gerät dort nicht aufgeführt ist, heißt das noch lange nicht, dass es nicht Linux-Kompatibel ist, in diesem Fall hilft sicher Google weiter. Natürlich gibt es auch eine Blacklist.
Ich gebe hier mal einige Tipps für die wichtigsten Komponenten. Die Hardware ist jeweils anklickbar, und verlinkt auf die Ausführlichen Artikel im Ubuntu-Wiki:
Scanner
Die meisten Linux kompatiblen Scanner dürften nicht sofort funktionieren. Dafür ist in der Regel eine Firmware Datei nötig, die kommerziell ist, also nicht mitgeliefert werden darf. Sie ist in der Regel im Windows Treiber für den Scanner enthalten und trägt die Endung *.usb . Diese Datei muss in das Verzeichnis /lib/firmware, dazu braucht man Root-Rechte, wie das geht, erkläre ich später noch. Eine schöne Kompatibilitätsliste, die auch Informationen zu der benötigten Firmware gibt, findet man hier (Englisch).
Webcams
Das kann man sich in der Regel abschminken. Es gibt nur sehr wenige, die mit Linux kompatibel sind.
Drucker
Drucker sind in der Regel gar kein Problem. Sie können unter System/Systemverwaltung/Drucken konfiguriert werden. Dort muss lediglich auf “Neuer Drucker” geklickt werden, und der Drucker sollte, sofern eingeschaltet, schon in der Liste erscheinen. Danach muss noch ein Treiber angegeben werden, der in der Regel auch schon richtig eingestellt ist. Mit “Drucke Testseite” kann man den Erfolg überprüfen.
Grafikkarten
Oh weh, das ist ein weites böses Feld. Zunächst einmal eine gute Nachricht an alle NVidia-Karten Besitzer. Das ist supereinfach. Soweit das Internet funktioniert, was ja bei vielen durch LAN und einen Router der Fall sein sollte, reicht es, unter System/Systemverwaltung/Verwaltung eingeschränkter Treiber, den nvidia-Treiber zu aktivieren. Dann werden einige Pakete heruntergeladen und installiert. Anschließend muss noch unter System/Systemverwaltung/Bildschirme und Grafik sichergestellt sein, dass unter Grafikkarte der nvidia-Treiber aktiviert ist.
Monitor
Wenn die gewünschte Auflösung nicht verfügbar ist, kann man unter System/Systemverwaltung/Bildschirme und Grafik bei Modell seinen Monitor auswählen.
Soundkarten
Die meisten Soundkarten sollten sofort funktionieren. Oben rechts sollte natürlich die Lautstärke voll aufgedreht sein. Dann kann man unter System/Einstellungen/Audio bei Audiowiedergabe auf Test klicken, und es sollte ein Pfeifton zu hören sein. Für den Mikrofoneingang muss in der Regel doppelt auf das Lausprechersymbol oben rechts gekilickt werden. Es erscheint dann die Lautstärkeregelung, in der man mit den Reglern und Datei/Gerät wählen herumspielen kann, bis man die Aufnahmeeinstellungen gefunden hat.
WLAN
Die Wlan-Unterstützung von Linux ist in den letzten Jahren sehr viel besser geworden. Trotzdem muss man noch etwas Glück haben. Wenn der Treiber schon dabei und geladen ist, sollte oben rechts ein Netzwerksymbol erscheinen. Außerdem sollte die Wlan-Karte unter System/Systemverwaltung/Netzwerk auftauchen. Wenn man es anklickt, sollte man bereits sein eigenes Wlan auswählen können. Gibt es keinen Linux-Treiber, gibt es noch die Möglichkeit, die Windows-Treiber zu benutzen. Dies ist nicht die perfekte Lösung, sie funktioniert allerdings meistens. Eine schöne Anleitung zur Benutzung des NDiswrapper mit den Windows-Treibern gibt es hier.
ISDN
Die ISDN Installation ist etwas aufwändiger, allerdings auch zu schaffen. Anleitung
TV-Karten
Für die meisten analogen TV-Karten existieren inzwischen Treiber, die auch bei Ubuntu dabei sind. Auch einige DVB-S und DVB-T Karten funktionieren Problemlos, allerdings erfordern sie meistens etwas Arbeit.
FritzCard-DSL
Auch die FritzCard-DSL funktioniert nach etwas Arbeit. Anleitung
Hier noch ein paar interessante Hardware Links:
Bluetooth
Notebooks haben eine Menge Spezielfunktionen, wie Stromsparfunktionen und Extratasten. Hier lohnt sich ein Blick ins Ubutnu-Wiki (Ganz unten). Eine andere, allerdings Englische Webiste ist http://www.linux-laptop.net/.
Erste Schritte
Zunächst einmal funktioniert Linux ähnlich wie Windows. Es gibt Fenster, eine Maus, einen Desktop, Dateien etc. Intern arbeitet Linux allerdings ganz anders.
Zunächst einmal eine kleine Erklärung zum Dateisystem und Laufwerken. Unter Orte/Computer sollten sie angeschlossen Laufwerke sehen. Festplatten, USB-Sticks, Diskettenlaufwerk und DVD-Laufwerk. Zusätzlich gibt es einen misteriösen Eintrag namens “Dateisystem”. Zuallerst muss man sich von den Windows-Laufwerksbuchstaben verabschieden. Diese gibt es unter Linux nicht. Linux benutzt ein, wie eben schon gesagt, ein zentrales Dateisystem, das ist die Festplatte, auf der Ubuntu installiert wurde. Alle anderen Laufwerke sind als Ordner “gemountet”. Wenn man das Dateisystem anklickt, wird man eine Menge meist dreistellige Ordner sehen. Die wichtigsten in Kürze: in /bin liegen die wichtigsten Tools, meist Kommandozeilentools, mit denen Anfänger zunächst wenig anfangen konnen. In /dev sind sogennannte Gerätedateien. Sie werden bei komplizierteren Hardwareeinrichtungen wichtig. Neben einer ganzen Menge anderer Dinge werden sie hier z.B. auch die Festplatten wieder als sda usw. finden. In /home sind die Benutzerordner. Dort werden sie ihren bei der Installation angegebenen Benutzernamen wiederfinden. Dieser Ordner entspricht dann Orte/Persönlicher Ordner. Jetzt wird’s interessant. In /media sind die anderen Festplatten, USB-Sticks und CDROM-Laufwerke. Auch davon muss der Anwender zunächst nicht allzuviel wissen, da die Laufwerke ja alle unter “Computer” verfügbar sind. Wenn eine CD eingelegt oder ein USB-Stick eingesteckt wird, erscheint dieser Zusätzlich auch immer auf dem Desktop.
Ein großer Vorteil von Linux ist die Paketverwaltung. So gut wie jede Linux Distribution besitzt eine, bei Ubuntu ist es die von Debian. Die Programme, im folgenden Pakete genannt, haben die Endung *.deb . Dieses System dient vor allem folgenden Zwecken:
- Einfaches Installieren von Programmen per Klick
- Zentrales Updaten aller Programme
- Vollständiges Löschen, wahlweise mit oder ohne Konfigurationdateien
Es gibt sogennannte Repositories. Das ist nicht mehr als ein Server, auf dem die wichtigsten Programme liegen und so zentral und einfach abgerufen werden können. Dieso Repos sind in der Datei /etc/apt/sources.list eingetragen. Zu allererst sollten sie System/Systemverwaltung/Software-Quellen besuchen, und dort unter Software von Drittanbietern die beiden Einträge aktivieren. Beim Klick auf Schließen werden sie gefragt, ob sie die Paketliste neu laden wollen. Dazu muss das System am Internet hängen, das muss es überhaupt für die Benutzung von Repos. Da sie neue Softwarequellen eingetragen haben, sollten sie die Frage bejahen. Ubuntu wird kurz einige kleine Dateien herunterladen. Das sind Listen mit den verfügbaren Paketen. Unter System/Systemverwaltung/Synaptic-Paketverwaltug findet sich ein grafisches Tool, mit dem sich sehr leicht Pakete installieren und entfernen lassen. Die Einführung, die sie beim ersten Start begrüßt sollten sie lesen. Nun sehen sie am linken Bildschirmrand schon eine Liste mit Softwarekategorien. Viele Paketnaman sagen nicht allzuviel über den Zweck aus, man erfährt sie auf anderem Wege. Nun können wir zum Beispiel einmal den Browser Opera installieren. Klicken sie also auf “Suche” und tippen sie “Opera” ein. Nun werden sie sicher erstaunt sein, wieviele Pakete er findet. Alle diese Pakete haben den Begriff “Opera” in ihrer Beschreibung oder im Namen stehen, daher kommt das. Den echten Opera finden sie sehr leicht, indem sie in die Liste klicken und “op” eingeben. Nun müssen sie auf das weiße Kästchen neben Opera klicken, und “Zum Installieren vormerken” wählen.

Synaptic teilt nun mit, dass es noch andere Pakete installieren muss. Das sind Abhängigkeiten, also Programme oder Bibliotheken, die Opera benötigt. Keine Angst, die Paketverwaltung regelt das ganz automatisch. Wenn sie nun oben auf “Anwenden” klicken, und dies noch bestätigen, wird Opera heruntergeladen und installiert. Ist alles fertig, kann das Fenster geschlossen werden, und Opera findet sich unter Anwendungen/Internet. Auf die selbe Weise lässt sich Opera auch wieder deinstallieren, nur muss hierbei eben “Zum Entfernen Vormerken” angegeben werden.
Umgang mit der Kommandozeile
Windows-User fürchten sie, Linux-User lieben sie, die Kommandozeile. Sie ist zentrales Element von Linux. Man startet sie unter Anwendungen/Zubehör/Terminal. Im sich nun öffnenden Fenster sehen sie etwas wie “max@max-computer:~$. Das max ist der aktuelle benutzer, das max-computer der Computername. Hinter dem Doppelpunkt steht der aktuelle Ordner. In diesem Fall “~”. “~” steht immer für den Benutzerordner des gerade aktiven Benutzers. Einer der wichtigsten Befehle ist der Befehl “cd”. “cd” steht für “change directory”, also Ordner wechseln. Wenn die also “cd ~” eingeben, die Taste für “~” müssen die zweimal drücken, landen sie in ihrem Benutzerordner. Ein weiterer wichtiger Befehl ist “ls”. “ls” steht für list und gibt den Inhalt des aktuellen Ordners aus. Wenn sie also nur
ls
eingeben, sollten sie so etwas ähnliches sehen:
Bilder Desktop Dokumente Examples Musik Öffentlich Videos Vorlagen
Das ist der Inhalt ihres Persönlichen Ordners. Nun wechseln wir ins Wurzelverzeichnis, also in das Linux-Dateisystem und lassen uns den Inhalt anzeigen:
cd /
ls
Die Ausgabe sollte etwa so aussehen:
bin etc initrd.img media root tmp vmlinuz.old boot
initrd.img.old mntsbin usr cdrom home lib opt srv var dev
initrd lost+found proc sys vmlinuz
Der Systemadministrator unter Linux heißt “root”. Sie werden oft Befehle als root ausführen müssen, um z.B.Schreibrechte auf das Systemverzeichnis zu bekommen. Um root-Rechte für einen Befehl zu bekommen, müssen sie diesem “sudo” voranstellen. Um das mal zu demonstieren, gibt es den Befehl “whoami”, der einem einfach nur den aktuellen Benutzer anzeigt.
whoami
Sollte demnach (bei mir)
max
liefern. Wenn man hingegegen folgendes eintippt, sollte es einem anzeigen, dass man root ist. Hierbei muss das Passwort eingegeben werden:
sudo whoami
Es gibt eine geradezu riesige Anzahl an Befehlen. Man lernt die wichtigsten mit der Zeit.

Soviel zunächst einmal zum Terminal.
Viel Spaß beim Spielen und kennenlernen von Ubuntu. Hier noch einige wichtige Links:
Ubuntuusers - Das deutsche Portal für Ubuntu. Vor allem das Forum und das Wiki sind wichtig. hier finden sich praktisch zu allen Themen Anleitungen.
ubuntu.com - Die Englische Ubuntu Siete, auch mit vielen Tutorials
Wichtig ist auch der deutsche IRC Channel. #ubuntu-de im Netzwerk “Freenode” .
Wichtige Wiki-Artikel:
Installation
Bedienung und Begreifen des Systems
Ich hoffe dieser Artikel hat ihnen gefallen und geholfen. Ich würde mich über Kritik und Verbesserungsvorschläge sehr freuen. Dieser Artikel wird in den nächsten Tagen noch überarbeitet und erweitert werden, aber für heute habe ich keine Lust mehr…